Besuch in Irland

Tuesday, February 27, 2007

Besuch aus Salzburg... Dublin und Meer

So, das wird jetzt also ein Bericht von den vielen schönen Dingen und Plätzen die Dani, Anita, Karin und ich gemeinsam gesehen und erlebt haben...

Am Anfang war ich allerdings noch alleine unterwegs. Bin am Dienstag in der Früh nach Dublin gefahren, hab uns alle ins Hostel eingecheckt und hab mich dann auf den Weg ins Writers Museum gemacht - nach anfänglichen Schwierigkeiten und mehrmals im Kreis laufen hab ich die kleine Tafel, auf der "Writers Museum" steht, entdeckt und habe - scha(r)fsinnig wie ich bin - kombiniert, dass dann wohl in dem Gebäude, wo das draufsteht, das Museum ist... war auf jeden Fall einen Besuch wert. Und ich hab mir auch so richtig Zeit gelassen, hab alle Plakate gelesen und alle Audiokommentare angehört - normalerweise bin ich nicht so geduldig :)

Blick auf O'Connell Bridge und O'Connell Street mit Daniel O'Connell in Statuenform und The Spire (= die "Nadel" im Hintergrund) und Baileys-Werbung


Dann hat sich schön langsam der Hunger gemeldet und in Temple Bar (= Touristenviertel) hab ich dann ein Café von Amnesty International entdeckt, wo's echten italienischen Kaffee und Ciabatta mit echtem italienischen Schinken von echten Italienern serviert gegeben hat! (was man eben so erwartet, wenn man in Irland ist) Mmmmmmmh, war das gut! Weil kulinarisch wird man in Irland sonst ja nicht soo verwöhnt (stimmt das, Dani?). Dann bin ich durch's Touristenviertel spaziert und hatte dort auch eine Begegnung, die mir als von Haus aus ängstlichem Menschen ganz viel Angst eingejagt hat - nämlich ein Mann um die sechzig, der nach dem Weg gefragt hat, dann ein bisschen mit mir geredet hat (bis daher ist es ja noch nett) und dann nicht mehr von meiner Seite gewichen ist. "Ich muss jetzt in diese Richtung" - "Ja, ich auch"... egal, welche Richtung. und so weiter, natürlich auch mit Arm um die Schulter legen und beim Verabschieden (das mindestens 10 Minuten gedauert hat) mit Drücken und nicht mehr loslassen - das war nicht allzu lustig.... bin ihn dann aber losgeworden und ganz ganz schnell weggegangen - woraufhin ich mich natürlich verlaufen hab :) Hab dann aber eh wieder ins Hostel zurückgefunden. Im Zimmer warn schon ein paar aus Deutschland, die grad in England auf Erasmus sind und auf Besuch waren. Dann bin ich noch ins Kino gegangen ("Bobby" - i find er war gut) und beim Herausgehn hab ich neben mir ein paar Leute WIENERISCH reden gehört! Schön langsam bezweifle ich, dass es überhaupt Iren in Irland gibt...:) Also wieder zurück ins Hostel, wo ich auf die Urlauber gewartet hab (auf einer seeeeeeehr gemütlichen Couch - also in Dublin: Isaacs Hostel buchen, weil die Couch so fein ist) - dort hab ich ein paar Franzosen, eine aus Australien und eine aus Israel getroffen - war sehr nett.
Dani, Anita und Karin haben auch ohne Probleme zum Hostel gefunden - allerdings sehr müde und die Dani ein bisschen krank, also sind sie gleich ins Bett. Die 14 Menschen in unserm Schlafsaal warn zum Glück alle relativ "un-schnarchig", also haben wir alle auch wirklich ein bisschen schlafen können.

Erstes Beweisfoto, dass wirklich Besuch da war - vorm Isaacs Hostel am Mittwoch in der Früh

Hostel von außen


Am Mittwoch haben wir unsere Dublin-Erkundungstour gleich mit versuchtem Einbruch gestartet :) -stimmt natürlich nicht, wir wollten nur so gern ins "Customs House" hineinschaun, weil's von außen so schön war. Aber die Dame beim Empfang hat uns ganz komisch angeschaut und gefragt, was wir da machen. Und auf die Frage, ob's ok ist, wenn wir uns da einmal ein bisschen umschaun, hat sie mit einem leicht ungläubigen Nein geantwortet. Macht nix, draußen hat nämlich eh die Sonne gescheint. Und es war auch noch (ca. 1 mm) Schnee - ja, Schnee - von der Nacht vorher an manchen Stellen! Wir sind dann den Fluss entlang spaziert und haben die - meiner Meinung nach - lustigste Werbung, die man auf einem öffentlichen Verkehrsmittel anbringen kann, gesehen:

Also: warum Bus fahrn, wenn man zu Fuß sowieso schneller is...?

Was wir in Dublin gesehen haben:

Trinity College - boah, das ist groß! kann ich da nur sagen. Wir haben auch versucht, in eine Vorlesung zu kommen, aber irgendwie haben wir keinen richtigen Vorlesungssaal gefunden...

Die National Gallery of Ireland - sehr schön, sehr groß und sehr gratis :) und der Kaffee da drin war auch gut. Mein Lieblingsbild in der Ausstellung (zwar nicht sehr irisch, aber nunja) ist von El Greco: St. Francis Receiving the Stigmata.

Gegenüber von der National Gallery ist ein Park und in dem gibt es ein "Oscar Wilde Memorial" - also eine Statue von einem leicht lasziv daliegenden Oscar Wilde und Steine (oder so...mir fehlt grad der Fachausdruck) mit ganz vielen Zitaten von ihm drauf. Und - ein ganz wichtiger Programmpunkt! - ein kleiner Spielplatz war da auch, den vor allem die Anita voll ausgenutzt hat :)

James Joyce steht ganz ruhig in Mitte seiner Dubliners


Danach warn wir dann recht müde und hungrig. Wir haben beschlossen mit dem Bus um fünf heimzufahren (gute Entscheidung) und sind gemütlich durch Dublin zurück zum Hostel gewandert. Dort haben wir unser Gepäck abgeholt und sind zum Bus. Zuerst haben wir noch Spaß mit "wir können sagen was wir wollen und keiner versteht uns" gehabt, aber dann hat doch die Müdigkeit gewonnen und wir haben die Busfahrt schlafend, schauend, Musik hörend verbracht. In Cork hat uns dann schönster strömender Regen mit Wind empfangen - also Taxi. Der Taxifahrer hat auch gleich gesagt: ja, so war's den ganzen Tag und so wird's die nächsten paar Tage auch bleiben. -sehr schön. "Daheim" angekommen, haben meine Gäste eine wunderbar kalte Dusche genossen :) Wir haben gleich die gute Gailtaler Salami (danke, Karin!) verkostet und danach hat uns die Leti noch mit Kuchen gefüttert. Die Schlaflager waren auch relativ schnell hergerichtet und scheinbar auch sehr bequem.

Am nächsten Tag - natürlich lang schlafen und ausgiebig frühstücken. Dann ist Manu, die zur gleichen Zeit ihre Freundin auf Besuch hatte, mit eben dieser Freundin (Lisa) gekommen und gemeinsam sind wir auf's höchste Gebäude Irlands hinauf :) die Anita war ganz enttäuscht, dass niemand mit ihr Stufen steigen wollte..... Oben angekommen haben wir gleich ganz viel Glück gehabt, weil nämlich ein Raum, der normalerweise zugesperrt ist, grad offen war, weil zwei sehr sehr freundliche Iren ein Essen vorbereitet haben. Die haben uns auch gleich gesagt, ja, kommt herein, von wo seid ihr... und so weiter. Sehr nett. Und sie haben uns auch noch einmal bestätig, dass es tatsächlich kein höheres Gebäude in Irland gibt. Juhu :)


Österreichisches Gruppenfoto sehr hoch oben :)

Dann sind wir kurz durch meinen Lieblingspark spaziert, bis es zum Regnen angefangen hat - grad soviel, dass wir ein bisschen nass geworden sind, der restliche Tag war eh sonnig... Dani, Anita und Karin haben sich dann tatsächlich mit mir in eine Vorlesung gewagt - da war die Begeisterung allerdings nit so groß :) Dafür hat sich der Campus von seiner schönsten, also sonnigen, Seite gezeigt. Wir haben uns dann mit Manu, Lisa und Shana auf einen Kaffee getroffen und dann hab ich meinen Salzburgbesuch ganz allein ins City Centre geschickt.

Kaffee im JavaCity Café am Campus - dort schmeckt der Kaffee sogar!


Am Abend haben wir Lasagne gekocht und sind dann zu Manu in die Wohnung gegangen, wo uns ein österreichisches Spanish Omelette erwartet hat - war sehr lustig und ausnahmsweise warn einmal die Österreicher in der Überzahl! Österreich: 6, Spanien: 2.

Am nächsten Tag wollten wir nach Clonakilty fahren - zum Meer. Wir haben aber den Bus knapp verpasst. Dafür haben wir ein neues näheres und sehr schönes Ziel gefunden: Youghal. Schreibweise und Aussprache von dem Wort hat schon einmal für sehr viel Unterhaltung gesorgt: man spricht das nämlich so wie das englische Wort "all" mit einem J davor.
Zusammenfassung des Tages: wieder sehr großes Wetterglück - Sonnenschein, Meeresrauschen, Leuchtturm, schöne Aussicht, schöne Steine - gutes Bier (oder, Anita?) :)


juhu, wir sind am Meer!



Leuchtturm in Youghal



Prost - cheers - sláinte!

Den Samstag haben wir wegen allgemeiner Müdigkeit und schlechtem Wetter zum Relax-Tag erklärt. Also laaange schlafen, lange frühstücken, ein bisschen durch Parks und den Fluss entlang spazieren und dann Essen im city centre.

Shepherd's Pie im "The Red Pepper"

Eigentlich wollten wir am Abend alle zur "Hausausweihungsparty" vom Brian gehn, aber wir sind erst um acht oder so heimgekommen und deshalb war's dann ungewohnterweise so, dass meine Salzburger Besucher es sich lieber mit Fluch der Karibik gemütlich gemacht haben, während ich mich von Brian's Wohnung verabschiedet hab. Hab dem Brian gesagt, dass wir am nächsten Tag gern noch irgendwo zum Meer oder halt aufs Land fahrn wollen und er hat dann gleich gesagt, dass er mit uns mit dem Auto wohin fahrn würd. Also sind wir am Sonntag schon in aller Früh um kurz nach 8 aufgestanden. Und das hat sich auch ausgezahlt! Wir sind nach Kinsale gefahren, warn aber nur kurz im Ort (mmmh, Espresso) und sind dann nach Garretstown gefahren - zum Meer. Und zwar zum richtigen Meer, zum Ozean, mit richtig hohen Wellen, mit Strand und mit Klippen. Mit Sonnenschein und zwischendurch auch Regen, aber den haben wir gar nicht so richtig mitbekommen...
Schön, einfach schön!
Und die Dani hat dort auch einen Freund gewonnen - einen Hund, der laut Brian immer dort am Strand ist :)

Also Bilder statt Worte:





Wir sind lange am Strand gestanden und gesessen und sind die Klippen entlangspaziert. Wieder zurück in Cork haben wir uns dann noch einmal ein Essen in "The Red Pepper" geleistet. Dann heim, unter die Dusche und einen schönen Besuchabschluss (für mich) bei gemütlichem Zusammensitzen auf den mindestens genauso gemütlichen Sofas im Wohnzimmer.
Am Montag in der Früh sind Anita, Dani und Karin wieder Richtung Dublin aufgebrochen - und ich hab mich nach dem Verabschieden wieder hingelegt :)

Also auf diesem Wege noch einmal danke für den Besuch und das gemeinsame Irland-Entdecken! :)